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Axels Mini-Logbuch

Mit der Mini 6.50 Einhand über den Atlantik

Axel (SGM-Mitglied, Regattasegler und Sieger bei den Seascape 18 German Open 2019) hat Großes vor: Er will nächstes Jahr mit seiner Mini 6.50 “Dopamini” (einer Pogo aus dem Jahr 2003) an der legendären Solo-Transatlantikregatta Mini-Transat teilnehmen! Vorab muss er sich dafür in Regatten an der französischen Atlantikküste und im Mittelmeer qualifizieren.

Die Mini-Transat ist eine Einhand-Regatta über den Transatlantik von Les Sables-d’Olonne über La Palma nach Guadeloupe in der Karibik und findet seit 1977 alle zwei Jahre statt. Insgesamt werden dabei rund 4.000 Seemeilen auf den 6.50 Meter langen Booten zurückgelegt. (Zum Vergleich: Unsere Sigmas sind 6m lang!) Bisher gab es erst 20 deutsche Teilnehmer*innen, von denen 13 das Ziel erreichten, u.a. Boris Herrmann.

Beim Solo Med im April ist Axel schon gestartet und belegte Platz 24 und 19 auf den beiden Etappen.

Wir werden ihn hier begleiten und seine Erlebnisse berichten. Viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern!

>> Wer Axel live folgen möchte: er ist als “Dopamini Solo Sailer” bei vesslefinder zu finden!

17.05.2022 – Start Mini en Mai um 11:00!

Der Parkour wurde auf 385nm verkürzt: es geht nur bis auf Höhe der île de Glenans und dann um die île de Re. Der Wind wird wohl sehr wechselhaft aber eher schwach. Mal sehen, ob sich das Leichtwind-Training im Mittelmeer auszahlt. Jetzt kassieren sie gerde die Handys ein…
Tracking >> https://yb.tl/mem2022

13.05.2022 – Prochain Arrêt: La Trinité-sur-Mer!

Ich bin gestern – Donnerstag Abend – in der Bretagne angekommen. Um 10:30 Uhr geht es mit der Mini schon wieder ins Wasser um dann nächste Woche das Mini en Mai zu segeln: 500nm solo an der französischen Atlantikküste entlang.

Nachdem ich am Montag meinen 1000nm Qualifer zu Ende gefahren habe und am Mittwoch den medical checkup hatte ist das nun der letzte Teil, den ich für die Qualifikation für das Azorenrennen, das SAS, brauche.

Ich bin überglücklich, dass es alles noch so gut ausgegangen ist, obwohl ich für die Qualifikation im Mittelmeer fast 15 statt der ursprünglich gedachten 10 Tage gebraucht habe! Insbesondere bin ich froh, dass ich die 1000-Meilen nicht abgebrochen habe, um rechtzeitig für das Mini En Mai hier zu sein – denn dann hätte ich die 1000nm Ende des Monats noch einmal komplett von vorne segeln müssen und wirklich früher wäre ich auch nicht hier gewesen.

Heute wird also auch noch mal intensiv: Boot aufbauen und für die Sicherheitskontrolle am Wochenende fertig machen. Der Hafen ist schon recht voll. Waren es beim SoloMed ca. 35 Boote, sind es hier 100!

Ich bin gespannt, wie es wird…

09.05.2022 – Das Leuchten von Barcelona

…kann ich seit ca. 2 Uhr sehen, was neben dem Wind, der etwa gleichzeitig eingesetzt hat, ein mächtiger Motivationskick war! Bin ich bis dahin von Windpatch zu Windpatch gehüpft und auch mal eingeparkt – da waren 2kn schnell (Schrittgeschwindigkeit) – jetzt ging es mit konstant das 6 kn direkt nach Barcelona: ETA 9:30.

Gegen 6 Uhr war der Spaß jedoch vorbei – knapp 20 Meilen noch. Seitdem gibt es Wind aus Barcelona (ich finde es stinkt nach den dicken Schiffen) und wieder 2-4kn. Jetzt sind es noch 15 Meilen Richtung Wind, daher bin ich Richtung Flughafen unterwegs, wo an den Bergen etwas mehr Druck ist. Und wenn die Thermik hoffentlich nachher einsetzt, komme ich entspannt mit Halbwind oder sogar Spi die letzten Meilen die Küste entlang in den Hafen. Bis dahin zieht mich der Winddreher jetzt schon in die gute Richtung.

09.05.2022 – Bingo!

08.05.2022 – Die Betonung lag auf Stay oder? 🙄

07.05.2022 – Einmal Anlauf nehmen muss ich noch

…und dann reicht es rum!

07.05.2022 – Die letzten Meilen bis Dragonera…

… dann wird nach 2 Tagen kreuzen endlich nach Barcelona abgebogen. Ob es Halbwind wird weiß ich noch nicht – er wechselt, aber der direkte Weg sollte passen. Hammer – 1.000 Meilen: ok. Aber wenn man den Track auf der Karte sieht: ziemlich geil. Geht es nur mit so, dass ein Gefühl für eine Zahl noch mal was ganz anders ist als die nackte Tatsache?

05.05.2022 – Menorca ist nicht mehr weit

Damit wäre dann der längste Schlag quer über das Mittelmeer fast fertig. Jetzt noch um Cabrera rum und zurück nach Barcelona. Das sind noch mal 240 sm und damit nochmal mindestens 2 Tage. Ich hoffe, dass ich am Sonntag da bin.
Das Spannendste bei diesem Schlag war mit Sicherheit das Aufbrechen und was mich in den letzten Stunden hier erwartet hat. Die Vorhersage war gut, ich hatte für 1-2h mal stellenweise 32kn Wind, was gut handelbar ist. Die Welle baute sich zunehmen auf von fast nix bis aktuell knapp 2m – allerdings kurz und zwei Richtungen, was mich hier ganz gut durch schüttelt. Der Autopilot leistet gute Arbeit, ich mache heute mal Pause und liege im Salon mit Blick ins Cockpit.

30.04.2022 – Es geht jetzt auf den Rückweg

Nach den beiden Marken bei Genua und der Insel Gorgona geht es jetzt als nächstes um die Insel Cabrera am Südostzipfel von Mallorca. Weil die Wettermodelle sich nicht ständig ändern und ich bei Schwachwind bisher kein Routing auch nur ansatzweise geschafft habe, werde ich mich wohl eher nördlich orientieren, um zu gucken, wie sich das Wetter entwickelt.

Meine Motivation, mich einen Tag am Ende durchwaschen zu lassen, hält sich in Grenzen – auch weil mir beim SoloMed die Pinne 80nm vor Barcelona gebrochen ist und ich auf so etwas gut verzichten kann. Zeitlich wird es etwas eng mit der Mini im Mai in der Bretagne. Das hat mich die letzten Tage beschäftigt und ist auf den Genuss gegangen. Da ich die 1000nm hier und noch 250nm in der Bretagne brauche, um dieses Jahr weiterzukommen, sieht es eher nach Transat 2025 aus. Das kann ich versuchen mit der Brechstange zu ändern, aber am Wetter ändert das auch nichts. Der Plan ist ambitioniert und die Rennen der Classe MINI ziemlich voll, so dass es wenig Backups gibt. Allein beim SoloMed konnte man sehen, wie schnell ein Projekt für 2023 auf der Kippe steht.

Statt mich jetzt zu stressen, genieße ich das Gurgeln des Heckwassers bei 4kn und freu mich, wenn ich die Strecke sehe, die schon seit Barcelona hinter mir liegt. Entscheiden kann ich mich noch, wenn bis ich an Korsika vorbei bin. Aktuell sind das noch 60nm Richtung SW also bei dem Tempo 12h. Dann gibt es die Option nach Mallorca direkt oder über die Rückseite von einem Tief Richtung Marseille. Die Küste bietet einen Haufen Rückzugsmöglichkeiten und Netz für Wetterinfos, der direktere Weg ist arm an beidem und nach den Erfahrungen der letzten Tage und den Flauten für mich eine Wundertüte, wo am Ende alles drin sein kann. Es gibt Routings mit Ankunft von Mittwoch bis Sonntag und Vorhersagen für Donnerstag von 25kn Wind bis über 40kn.

Last but not least bin ich zufrieden, dass ich nach fast 7 Tagen auf dem Wasser fit bin und so etwas wie einen Rhythmus gefunden. Der Timer steht bei mir auf 18 Minuten und meistens bin ich eine knappe Minute vorher wach. Davon gibt es dann zwischen 01.00 und 06.00 die meisten Häppchen, es sei denn ich quere gerade wieder eine Route mit viel Verkehr…

So, Kap Corse entfernt sich und das Netz wird schwächer… ich drück mal auf Senden!

28.04.2022 – Das Küstensegeln ist vorerst vorbei…

…und es geht wieder auf offenes Wasser wo mich nichts am Geradeausfahren oder Schlafen hindert – im Wesentlichen Steine und andere Boote – so wie in den letzten 24h. Es geht nun mit einem langen Schlag Richtung Nordspitze von Korsika und dann nach Norden zur nächsten Bahnmarke: eine Tonne mit dem Namen „Italy 1“.
Es geht Amwind weiter, heute wohl ein paar Stunden bei Wind mit 20kn. Eine gute Gelegenheit, vorher ein bisschen Ordnung über und unter Deck zu schaffen und sich auszuruhen um dann selber zu steuern. Der Autopilot ist zwar nicht schlecht, aber Wellen aussteuern tut er leider nicht.
Interessanter Nebeneffekt für die zweite Hälfte des Rundtrips: es gibt überwiegend kein Netz.

27.04.2022 – Nach den ersten beiden etwas zähen Tagen läuft es seit Sete wie am Schnürchen…

Ein Foto von der Marke für die Classe MINI, eine Anfrage von der Verkehrszentrale „what is your Intention?“ – „rounding the Buoy“ – die Nacht angenehm mit Spi oder Code 0 mit 6-7kn, das erste Mal ohne Frieren und gefühlt genug Schlaf. Ich denke das waren die 2-3 Tage die man braucht, um anzukommen. Jetzt tauchen die Clanques im Morgengrauen auf. Gleich kommt meine wahrscheinlich längst Kreuz bisher: 200nm bis zur ODAS-Marke „Italy 1“.

26.04.2022 – Beitrag auf YACHT online

Die YACHT berichtet über die österreichische Teilnehmerin Lisa Berger – und nennt auch Axel (samt Bild). Den Beitrag könnt ihr hier nachlesen: https://www.yacht.de/regatta/alle_news/-unfinished-business-mini-segler-auf-qualifikationstoern-im-mittemeer

26.04.2022 – Noch 8 Meilen bis zur ersten Marke!

Dann geht es Richtung Genua. Die Flauten waren ein bisschen zäh, aber ich hoffe, jetzt geht es erst einmal so weiter… knapp 6kn, großer Spi und flaches Wasser.

25.04.2022 – Endlich Wind aus 145 TWA – macht gleich viel mehr Spaß, wenn statt 4kn Wind 7kn fahrt macht…

24.04.2022 – Ich bin dann mal (wieder) weg…

1000 Meilen Solo auf dem Mittelmeer… mal sehen, ob ich dem Routing gerecht werden kann und es bis zum 3. Mai zurück nach Barcelona schaffe. Damit bin ich dann mit der Quali für das Azorenrennen im Sommer einen guten Schritt weiter!

Am vergangenen Sonntag (24.04.) ist Axel in Barcelona nun zu seinem nächsten Qualifikationstörn gestartet. Von Barcelona aus geht es zunächst Richtung Golfe du Lion und italienische Küste, dann Richtung Korsika und Mallorca und zurück nach Barcelona.

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