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Kein Seglerhock heute!

Der Seglerhock wird eine Woche nach hinten verschoben!Wegen Neujahr wird der Seglerhock um eine Woche nach hinten verschoben!

Vulkan-Törn 2005 - Sizilien

Vereinstörn 2005 - Sizilien

vom 21.05. bis 04.06.2005
"der heiße SGM-Ritt um die Liparischen Inseln"

von Palermo über Cefalu - Isola di Vulkano - Isola di Salina - Isola di Stromboli- Isola di Lipari - Isola di Filicudi - Capo d' Orlando - Cefalu und wieder zurück nach Palermo

Törnbericht der "Inca"-Besatzung

die Crew der "Inca"
Fritz Dettloff Skipper
Werner Burkhardt Co-Skipper
Ingrid Grünhagen
Harry Pissor-Franke
Edwin Mang
Hans Cornelius

Samstag, 21.05. ging es los, Flug 19:20 h ab München mit dem gelben HLX-Vogel nach Palermo. Teils ging der Flug schön der italienschen Küste entlang. Wer beim Kampf um die nicht reservierbaren Sitze einen Fensterplatz ergattern konnte, dem boten sich immer wieder schöne Ausblicke, wie z.B. auf Elba und die Halbinsel Monte Argentario, mit den langen Sandstränden der Maremma, im Süden der Toskana.
Wir landeten um ca. 19:20 h auf dem Flughafen Palermo-Punta Raisi, welcher nach den beiden ermordeten Mafia-Jägern Govanni Falcone und Paolo Borsellino benannt ist. Mit dem Taxi ging es zu unserer Charterbasis in der "Marina Villa Igiea" wo wir auch gleich unser Schiff, eine schon etwas betagte Bavaria 42 (Bj. 2000) übernehmen konnten.
Die Marina liegt direkt unterhalb dem *****–Grandhotel "Villa Igiea" und bietet am Abend einen tollen Blick auf das legendäre Jugendstilhotel am Monte Pellegrino. Nach der Übernahme des Schiffes und dem Verstauen unseres Gepäcks und der uns an das Boot gelieferte Ladung an Grundnahrungsmitteln und Getränken gingen wir zum Abendessen. Es wurde uns von der Angestellten der Charter-Firma (Marina-Charter) das Lokal "La Staffa", gleich oberhalb der Marina empfohlen. Das war ein guter Tipp!

Abendessen mit der Crew der Sonntag 22.05. wurde erst noch das Schiff durchgecheckt und Diesel nachgetankt (es fehlten über 50 Liter, obwohl die Tankanzeige auf voll stand!!). Ingrid und Edwin gingen in die Stadt um den restlichen Proviant einzukaufen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten machten wir uns am Nachmittag zu Fuß auf den Weg um die Crew des zweiten Vereinsbootes um "Skipper Ben" in der Marina Palermo zu besuchen. Nach ca. 1 h und 15 Min. Fußmarsch durch die Stadt sind wir dort angekommen. Nach ein paar Begrüßungsdrinks ging es dann später zusammen in die Innenstadt von Palermo zum Abendessen. Es wird uns nicht nur die hervorragende Fischsuppe - sizilianischer Art - oder der gegrillte Schwertfisch im Gedächtnis bleiben, auch der Preis den wir dann anschließend für alles bezahlt haben. Aber Harry hatte seine Bordkasse noch prall gefüllt und so haben wir es uns eben gut gehen lassen, inclusive Rückfahrt zur Marina im Großraumtaxi.

Der malerische Ort CefaluMontag, 23.05. 11:25 h legten wir nach der Sicherheitseinweisung ab. Entlang der sizilianischen Nordküste hieß unser erstes Ziel Cefalu, ein malerisch am Fuße eines Gigantenkopfes aus Muschelkalk gelegenes Badestädtchen. Nachdem wir erst gegen 19:15 h im kleinen Hafen von Cefalu festgemacht hatten gingen wir dann später zusammen mit der Besatzung unseres zweiten Bootes, welches kurz vor Einbruch der Dunkelheit ebenfalls in Cefalu eingetroffen war, gleich in das hinter dem Hafen liegende Ristorante "La Tavernetta", keine schlechte Wahl, das Essen war sehr gut und nicht ganz so teuer wie in Palermo. Nur Helmut war wohl nicht ganz zufrieden, nachdem er nach seinen als Antipasti bestellten Spaghetti vergeblich auf das Prima Piatti oder Secondo, oder halt ganz einfach auf noch etwas weiteres zu Futtern gewartet hatte. Nach seiner Reklamation bekam er dann doch noch sein Steak, in einer etwas abgespeckten Form.

Edwin am RoarDienstag, 24.05 hieß unser nächstes Ziel zunächst Portorosa. Wir starteten gegen 11:00 Uhr alleine. Auf der "Luna" war noch fast alles dunkel. Später änderten wir den Kurs dann Richtung Isola di Vulcano ab. Auf dem Weg dahin begegneten uns gegen 16:00 Uhr zwei Delphine. Es sollten die einzigen sein die wir auf unserem gesamten Törn zu sehen bekamen, bis auf einen toten Delphin dann auf dem Rückweg nach Cefalu in der nächsten Woche.
Ob es an Muschelsuppe vom Vorabend, am recht ausgiebigen ersten Sonnenbad oder an der tückischen Welle gelegen hat, jedenfalls ging es dem Hans am Nachmittag nicht mehr so richtig gut. Er war plötzlich sehr ruhig, hatte keine Geschichten mehr auf Lager und mußte dann auch bald sein Mittagessen an die Fische abgeben. Schnulli hart an der Beladungsgrenze Kurz vor Sonnenuntergang passierten wir die Enge zwischen der Isola di Vulcano und Lipari. Wir konnten ein schönes Naturschauspiel beobachten, die untergehende Sonne zwischen den beiden Felspfeilern Pietralunga und Pietra Menalda nahe Lipari. Erst nach mehreren Anläufen fanden wir in der Bucht von Porto die Levante an der Halbinsel Vulkanello gelegen einen geeigneten und sicheren Ankerplatz. Es ziehen Wolken auf, ein unangenehm kalter Wind weht, leichter Regen fällt und es riecht stark nach Schwefel.
Es war ein langer Tag, insgesamt 60 sm hatten wir zurückgelegt, davon 24 unter Motor und alles bei einer sehr unangenehmen Welle. Um so besser schmeckte uns das Essen in unserem Bord-Ristorante "da Ingrid" dessen Köchin uns in kürzester Zeit ein sehr gutes Thunfischrisotto mit Reis und Salat gezaubert hat.

Alles voll Schwefel, es stinkt entsprechend!Mittwoch, 25.05. die Wolken sind weg, es scheint wieder die Sonne und zunächst ist Ausflugs- und Badetag. Werner und Hans stiegen zum Vulkan, zum Gran Cratere hoch. Sie berichten später von schwefelgelbem Boden und übel riechenden Dämpfen am Krater. Da haben wir wohl nichts versäumt. Vorher verunglückte Hans noch, als er beim Übersetzten ans Land von Harry etwas zu früh aus dem Beiboot gesetzt worden war. Das Wasser war noch zu tief, was nicht nur zur Folge hatte, dass er dann u.a. den Inhalt seiner Geldbörse zum Trocknen aufhängen mußte, auch einer seiner Zehen machte eine recht schmerzhafte Bekanntschaft mit einem im Wasser liegenden größeren Stein. Von einer sofortigen Amputation des verletzten Zehens konnte dann aber doch abgesehen werden.
Baden geht auch... Die Wassertemperatur hatten wir an diesem Tag mit 19 Grad gemessen. Es riecht überall recht unangenehm nach Schwefel, der Sand am Ufer und ebenso "kocht" das Wasser in Ufernähe durch die durch den Boden aufsteigenden Schwefeldämpfe. Das Wasser in unserer Bucht ist sauber, schade dass die gegenüberliegende Badebucht bei Porto die Ponente (mit seinem sehr feinen schwarzen Sandstrand) regelrecht mit Quallen verseucht ist.
Nachdem wir in einer gemeinsamen Aktion den losen Radarreflektor wieder am Achterstag befestigt hatten liefen wir dann am Nachmittag gegen 16:30 h Richtung Isola di Salina aus. Ausserhalb der Abdeckung von Lipari haben wir dann an diesem Tag noch einen sehr schönen Segelwind eingefangen und konnten auf einer Kante nach Salina segeln.
Gegen 19:00 Uhr liefen wir in Santa Marina Salina ein. Zum Abendessen fanden wir nach einem Anstieg von ca. 30 Min. rechts oberhalb des Ortes das Lokal von "Da Franco". Nachdem es schon dunkel geworden war konnten wir anhand der Lichter von Lipari nur ahnen welches Traumpanorama hier am Tag zu genießen ist. Die große kalt-warme Antipasto-Platte mit Fisch und Gemüse kann nur schlecht getopt werden (45,-- € für uns sechs Personen, und danach waren wir alle schon fast satt)!

Bizarre FelsformationenDonnerstag, 26.05. haben wir zunächst einmal die erste richtige Dusche seit Palermo genossen. Die Marina von Salina gewährt als einer der wenigen Häfen perfekten Schutz, laut dem Führer sollten auch gute Sanitäranlagen geboten werden. Das war vielleicht noch im ersten Jahr nach der Fertigstellung so, jetzt ist alles schon wieder etwas verkommen, auch die Sauberkeit läßt zu wünschen übrig. Es läuft jedenfalls ausreichend Wasser - wenn es auch nicht abläuft. Gegen 11.35 h liefen wir in Richtung Isola di Stomboli aus. Am Fuße des Vulkans machten wir neben dem Fähranleger "San Vicenzo" an einer Mooring im Bojenfeld der Fischer fest. Wohl weil wir den Eigentümer der Boje (war auch nicht möglich, es war niemand da) vorher nicht gefragt haben wurden uns dann nach einer längeren Diskussion von diesem auch 30,-- € für einen Liegetag abgeknüpft (2004 wurden angeblich noch ca. 10,-- € verlangt). Nachdem eine zweite brauchbare Boje nicht zu finden war zog unser zweites Boot mit Skipper Ben dann später auch weiter in Richtung Lipari.

alles zischt und dampftFreitag, 27.05. für jemanden, der noch nie einen Vulkan live erlebt hat ist ein Stopp auf Stromboli spektakulär. Auf den Anstieg zum Vulkan (je nach Fitness 4-6 Stunden) haben wir zwar verzichtet, nachdem es schon früh sehr heiß war, doch später, auf dem Weg nach Lipari konnten wir den Vulkan in Aktion sehen. Er spuckte immer wieder frische Lava auf die große Halde im Norden der Insel. Magmareste fielen dann vor uns zischend ins Meer. Ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch, ein unvergessliches Erlebnis!
Zunächst jedoch badeten wir im hier quallenfreien Wasser, unternahmen einen Landgang und genossen den schönen Blick auf auf das Eiland Strombolicchio, NW von Stromboli gelegen. Nach dem Einkauf von frischem Obst, Knoblauch, Zwiebeln und natürlich etwas Grappa gingen wir wieder an Bord. Kitsch as Kitsch can :-) Denn mit dem Grappa war es schon von Beginn unseres Törns an so eine Sache, entweder die Flasche fiel um und Harry konnte gerade noch den Rest auflecken oder er verdunstete einfach so während des Abends. Auf dem Nachbarboot soll er sich während der Nacht sogar einmal in Wasser verwandelt haben (behauptete jedenfalls "Winnie"). Es war jedenfalls fast immer am Morgen mindestens eine Flasche leer.
Wir mussten dann den ganzen Weg nach Lipari unter Motor fahren, es regte sich kein Lüftchen. Gegen 18:00 Uhr wurden wir dort schon von der Besatzung der "LUNA" erwartet, welche uns in der Marina Pignataro einen Liegeplatz reserviert hatte. Das große Hallo galt zunächst natürlich unserer Gerti, welche an diesem Tag Geburtstag hatte. Am Abend wurde dieser noch gebührlich gefeiert.

AusgrabungenSamstag, 28.05. war Liegetag auf Lipari angesagt. Wir gingen die zu Fuß die 2 km von Pignataro nach Lipari-Stadt und ließen uns zunächst von eimen Großraumtaxi um die Insel fahren und die Sehenswürdigkeiten zeigen (10,-- € pro Person und Stunde, aber das war es wirklich wert!!).
Die Crew unseres Schwesterbootes mietete sich Roller an und machte auf eigene Faust die gleiche Runde um die Insel. Vorbei an den Bimssteinbrüchen von Porticello ging es auf eine ca. 33 km lange Rundfahrt. Der Ausblick von den kleinen Ackerbaudörfern Quattropani und Pianoconte in Richtung Vulcano ist einmalig. Zu unseren Füßen erheben sich 70 m hohe Klippen aus dem Meer, welche wir schon bei der Anfahrt von Vulcano am Dienstagabend im Licht der untergehenden Sonne bewundern konnten. Traumhafte Aussicht Wir machen noch Halt in Belvedere Quattrochi, vier Augen müsste man haben — "quattro occhi" — so erhielt der überwältigende Aussichtpunkt in 200 m Höhe seinen Namen.
Die Streusiedlung Pianoconte ist die letzte Ortschaft ehe die Rundfahrt wieder in Lipari-Stadt endet. Wir bummeln durch die Gassen zu Füßen des Burgberges und steigen hoch zur Festung Lipari und der Kathedrale. Zur Belohnung bekommen wir einen schönen Blick auf die Bucht von Lipari, in der ein Großsegler malerisch vor Anker liegt.
Die Marina Pignataro hat Stege mit Wasser und Strom, Sanitäranlagen gibt es leider nicht. In dem sehr schön und direkt oberhalb der Marina gelegenen ****–Hotel "a Pinnata" bestände die Möglichkeit für 3,-- € pro Person eine luxuriöse Dusche zu benutzen (sehr freundlich!). Beide Tage in Pignataro wurden wir wieder sehr gut in unserem Bord-Ristorante "da Ingrid" mit Spaghetti Bolognese oder Hühnerbrust mit Reis und Paprika versorgt.

Sonntag 29.05. verholten wir uns zunächst zum Stadthafen von Lipari um dort unseren Proviant nachzufüllen. Getränke, Salat, frische Schwertfisch-Steaks, Grappa und natürlich eine Stange Zigaretten für Harry wurden an Bord geschleppt. Danach ging es weiter Richtung Isola die Filicudi. In der Bucht von Filicudi Porto gingen wir vor Anker.
Im Päckchen vor Anker Hier ist das Meer ist von azurblauer Klarheit und mit einer großartiger Unterwassersichtweite und so hat es uns trotz der Menge von Quallen sofort zum Baden verleitet. Einige von uns hatten dann natürlich auch schnell unliebsame Bekanntschaft mit diesen unfreundlichen Wasserlebewesen gemacht. Im Laufe des späten Nachmittages trifft dann auch Ben mit seiner Mannschaft ein. Sie gehen ebenfalls vor Anker und legen sich dann später längsseits an unser Boot. An diesem Abend ist dann wieder etwas von unserem Grappavorrat verdunstet.

eine von der Gerti gefangene QualleMontag, 30.05. trotzdem dass uns die Quallen Tags zuvor nicht freundlich behandelt haben, beschließen wir einen Liege- und Ruhetag (Ausruhen, von was ???) auf Filicudi einzulegen.
Harry und Edwin haben an Land einen Mann und seine Tochter gesehen der am Ufer Tintenfische geputzt hat. Es stellte sich heraus, dass er der Besitzer des Hotels und Restaurantes "la Canna" ist, welches hoch oben, in wunderschöner Panoramalage von Filicudi liegt. "La Canna", das Hotel ist benannt nach der gleichnamigen Felsnadel welche weithin sichtbar, 1700 m vor der NW-Küste von Filicudi 71 m hoch aus dem Meer ragt.
Ausblick vom Restaurant Wir beschlossen am Abend in dieses Restaurant zum Essen zu gehen. Die Tochter holte einen Teil unserer Mannschaft mit ihrem Van ab, der Rest stieg den schmalen Weg zum Hotel zu Fuß hoch. Wir genossen den herrlichen Blick von dort oben über die Insel und die Bucht in der unsere Boote lagen.
Das Essen war vorzüglich. Lediglich der Abstieg im Dunkeln, über den schmalen Weg war doch etwas beschwerlich.

Dienstag, 31.05. werden wir die kleine Insel Filicudi wieder zu verlassen, obwohl wir von der Insel selbst noch nicht viel gesehen haben.
La Canna. der Namensgeber des Lokals von gestern abend Sie hat nur eine Fläche von 9,5 qkm, davon sind seit 1997 drei Viertel Naturschutzgebiet, allein zwei Drittel der Nordseite sind unbewohnte Wildnis. Jetzt um diese Zeit sind nicht mehr als 200 Einwohner auf der Insel welche nur den Südteil bewohnen, im Sommer etwa 1200. Es gibt nur wenige Straßen, der Rest der Insel ist nur auf Maultierpfaden und Steinplattenwegen zu erreichen. Es gibt hier auch eine Fahrzeugbeschränkung, pro Haushalt ist nur ein Auto erlaubt. Wohl noch ein kleines Paradies welches einen weiteren, längeren Besuch sicher wert wäre.
Während wir uns nach dem Frühstück zum Auslaufen vorbereiten stellen wir fest, dass sich unser Schwesterschiff zwischenzeitlich sehr weit von uns weg, Richtung offenes Meer entfernt hat. Mit dem Fernglas können wir Gerti noch ruhig im Cockpit sitzen sehen, eine Tasse Kaffee in der Hand, der Rest der Crew liegt wohl noch in der Höhle. Doch dann beginnt plötzlich hektisches Treiben an Bord. Ben und Helmut stehen am Ankerkasten, es hatte sich der Anker gelöst. Bei ablandigem Wind gerade noch mal gut gegangen.
Wir sind zwischenzeitlich ausgelaufen, an "La Canna" dem Felsen im Meer vorbei, setzen Segel und gehen in Richtung Capo d`Orlando auf dem Festland. Dort kommen wir gegen 16:00 Uhr an. Der Hafen ist nagelneu, z.T. noch im Bau, bietet Wasser und Strom an den neuen Stegen aber auch keine Sanitäranlagen. Eine Freiluftdusche neben der Hafenmeisterbaracke ist der einzige Sanitärkomfort, welchen wir ausgiebig nutzen.
Wir essen und bleiben Abends an Bord. Die Crew der "LUNA" macht sich zu Fuß auf den Weg in den Ort.

Das Abenndessen ist gesichert...Mittwoch, 01.06. sehen wir beim Frühstück an Deck nebenan ein kleines Fischerboot einlaufen. Werner und Edwin machen sich auf den Weg um dessen Fang anzusehen. Sie kommen mit einer Tüte voll Fischen zurück, Eolen, eine lokale Fischsorte, ähnlich den Doraden, welche sie dem Fischer für 20,-- € abgekauft haben. Das Abendessen ist somit auch gesichert.
Unter Motor gehen wir Richtung Cefalu. Nach einem kurzfristig eingelegten Badestopp (inzwischen messen wir auf dem offenen Meer eine Wassertemperatur von 24 Grad) stellt Rudergänger Harry plötzlich eine Unwucht im Antrieb und starkes Vibrieren der Antriebswelle fest.
Hans genießt sichtlich die Dusche Nach dem sofortigen Runterfahren der Motordrehzahl spuckt die Schraube bei eingelegtem Rückwärtsgang größere Teile einer Plastiktüte aus. Diese hatte sich in der Schraube verfangen.
Zum Glück herrschten beste Wind- und Wellenbedingungen als zunächst Hans und dann Edwin in mehreren Tauchgängen die Schraube und zuletzt auch die Antriebswelle von den restlichen Teilen der Plastiktüte befreien konnten.
Gegen 17:20 Uhr setzten wir die Fahrt Richtung Cefalu fort. Sensibilisiert von unserem Fang in der Schraube beobachten wir jetzt verstärkt alles was vor uns im Meer schwimmt. Backbord voraus sehen wir einen braunen Fleck der sich beim näherkommen als ein toter Delphin, mit fehlender Schwanzflosse, entpuppt. Ein trauriger Anblick!
Bei Ingrid ist noch keiner verhungert! Bei inzwischen recht diesigem Wetter kommen wir gegen 19:10 Uhr in Cefalu an. Ben und seine Mannschaft waren diesmal schon vor uns da und erwarteten uns bereits am Anleger.
Die am Morgen gekauften Fische bereitet am Abend unsere Ingrid unter Mithilfe von Werner zu einem hervorragenden Essen zu. In der Pfanne gebraten, mit viel Knoblauch und Petersilie, dazu Knoblauchspaghetti und Salat. Hervorragend!!
Vorher wird Edwin noch von einem "fliegenden Händler" auf dessen Roller in den Ort gefahren und mit einer Lage Bier im Fußraum des Rollers und mehreren Tüten an den Seiten und zwischen dem Sitz auf dem Roller wieder zurückgebracht (ohne Helme, an zwei Polizisten vorbei — das ist Italien!).

Malerische Gasse in CefaluDonnerstag 02.06. war Liegetag in Cefalu. Wir bummeln durch dieses wunderschöne, orignal italienische Städtchen, mit den vielen engen Gassen und Balkonen, auf denen die Wäsche der ganzen Familie zum Trocknen aufgehängt ist oder trinken ein kühles Bier auf dem Platz vor der Kathedrale und lassen es uns gut gehen.
Nur waren wir nicht ganz alleine. Sehr viele Italiener mit Kindern und Omas usw. waren ebenfalls in Cefalu unterwegs.
Nur mit Mühe bekommen wir später unten am Strand einen Platz in einem Lokal zum Mittagessen. Wie wir vom völlig genervten und überlasteten Kellner erfahren, ist heute Nationalfeiertag in Italien und alle nutzen den Tag für einen Ausflug ans Meer.
Allerhand Betrieb... Gegen Nachmittag sind wir wieder am Boot zurück und sehen jetzt am Hafen an die 40 Busse parken, mit denen aus der ganzen Umgebung die Ausflügler nach Cefalu gekarrt worden sind. Am Abend waren wir wieder im "La Tavernetta" nahe dem Hafen. Unser Skipper Fritz hatte uns eingeladen, anläßlich der am Mittwoch von ihm erreichten 15.000 Seemeilen. Nochmals vielen Dank dafür, herzlichen Glückwunsch und noch viele schöne und unfallfreie Seemeilen wünschen wir Dir für die Zukunft!
Auch die Gegend um Cefalu wäre einen weiteren Besuch wert. Eine Schweizer Crew, welche uns schon mehrmals in den Häfen begegnet war und jetzt wieder neben uns lag, berichtete uns nach einem Ausflug mit dem Mietauto von einem sehr schönen Hinterland, von charakteristischen Bergdörfern wie z.B. Castelbueno und von Korkeichenwäldern die zu ausgedehnten Wanderungen einladen.
Sicherung gegen SteinschlagWarnschild vor der Felswand Die Crew von Ben sticht an diesem Tag der Hafer: Sie beschließen, es nicht beim Besuch der Ortschaft Cefalu bewenden zu lassen. Sie wollen hoch hinaus, zu der Über dem Ort thronenden alten Burg.
Sogar Winni, der Navigator der "Luna", läßt sich mitreißen. Und das, obwohl er überflüssigen Fußmärschen sonst eher abgeneigt ist, seit er bei einem Motorradunfall mit 17 Jahren sein Hüftgelenk ruiniert hat.
Wegen der Steinschlagsgefahr ist der Anmarsch stellenweise mit Verbauungen gesichert, die an Panzersperren erinnern.
Blick von den Zinnen auf unseren Hafen Das gemeine an dem Anstieg ist das Geländeprofil: Man schaut den Berg rauf und wähnt sich nahe dem Ziel. Dort angekommen stellt man aber wiederholt fest, daß es doch noch ganz erheblich weiter geht. Zum Ausgleich dafür wird der Weg zusehends schlechter.
Aber alle schaffen es hinauf und winken so lange, bis wir sie vom Cockpit aus entdecken. Sie schwärmen noch lange von der tollen Aussicht, die man von da oben hat. Tolle Aussicht von oben

Da ist die Crew der Luna gestern rauf...Freitag, 03.06. gehen wir nach dem Tanken im Hafen von Cefalu unter Motor zurück nach Palermo, in den Ausgangshafen "Marina Villa Igiea". Wir können noch am Nachmittag das Schiff abnehmen lassen (Dauer keine 10 Min., von Seiten des Vercharterer waren keine Beanstandungen), nur die Kaution können wir erst am Samstag zurückbekommen. Das junge asiatische Mädchen welches unser Boot im Schnelldurchgang abnimmt ist nicht sehr beeindruckt von unserer Mängelliste. Wir sind uns recht sicher, dass auch die Chartercrew nach uns wie wir jeden Tag ca. 20 l. Wasser mit der Pütz aus der Motorbilge holen muß weil dieser Mangel nicht abgestellt wurde und auch weiterhin keine Handpumpe an Bord sein wird.
Am Abend treffen wir uns mit unseren Freunden von der "Luna" im Lokal "Casa del Brodo" in der Altstadt von Palermo zum Abendessen. Das Lokal war uns empfohlen worden, wir werden es aber sicher nicht weiterempfehlen. Der erste Reinfall während des Törns, und das noch am letzten Abend.
Die Häuser in diesem Altstadtbereich von Palermo sind völlig heruntergekommen, teilweise unbewohnt. Auf dem Rückweg zum Taxistand fällt mir das italienische, auf die Mafia bezogene Sprichwort ein — öffentliches Geld ist wie Weihwasser, jedermann nimmt sich davon.

So ein Anleger, der hat was!Samstag, 04.06. hieß es Abschied nehmen von Sizilien und den Liparischen Inseln, schon früh um 9.00 Uhr hatten wir das Schiff zu verlassen, mit dem Taxi ließen wir uns wieder zum Flughafen bringen. Jetzt hatten wir noch jede Menge Zeit, erst um 14.50 Uhr ging unser Rückflug nach München. Nach dem Einchecken und der Verteilung des Gepäckübergewichtes setzten sich einige noch auf die Dachterasse des Flughafens und blickten lange auf das offene Meer hinaus. Problemlos kamen wir nach ca. 2 Stunden Flug München an. Es erwartete uns, wie konnte es anders sein, ein regenverhangener Himmel und eine Temperatur um die 17 Grad. Schon bald verteilten wir uns nach diesen zurückliegenden zwei sehr schönen Wochen wieder in alle Richtungen.

Bleibt noch allen an der reibungslosen Organisation dieses Törns beteiligten Personen ein "Herzliches Dankeschön" zu sagen, allen voran dem SGM-Charterobmann, unserem Skipper Fritz Dettloff.
Ebenso Vielen Dank an die Ingrid, welche uns nicht nur super bekocht, sondern auch immer unverzüglich mit den besten "Anlegerdrinks" versorgt hat!

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Fotos: von beiden Crews