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01.01.2019 08:00:00 - 01.01.2019 17:00:00
Kein Seglerhock heute!

Der Seglerhock wird eine Woche nach hinten verschoben!Wegen Neujahr wird der Seglerhock um eine Woche nach hinten verschoben!

Garlic-Törn im Ionischen Meer (Korfu)

SGM - Törn 2006 Ionisches Meer - Korfu v. 28.5-10.6.06
„Garlic-Törn und der verlorene Propeller“

Vorgeschichte

Die SGM hatte für 2006 einen Türkei - Törn nach Bodrum ausgeschrieben, der vorher von den Mitgliedern mit 86 % gewählt wurde. Leider meldeten sich aber bis Mitte Januar nur 3 Teilnehmer, der Törn wurde abgesagt. Nach dem Februar - Seglerhock konnten wir Werner gewinnen, aber nicht für den Türkei - Törn. Kurz zuvor hatte ich in der Yacht einen Törnbericht über Korfu und das ionische Meer gelesen und diesen Vorschlag unterbreitete ich den Mitgliedern: Wir starten nach Korfu. Dieser Vorschlag fand bei den interessierten Mitgliedern Zustimmung und so starteten wir ab Korfu unseren SGM - Törn.

Route

Marina Gouvia (Korfu) – Mourtos – Preveza – Vlychon (Nigri-Levkas) – Vathy (Ithaka) – Ormos Ambeleki (Maganisi) – Ormos Port Leon (Kalamos) – Marina Levkas-Ormos – Markou (nähe Vonitsa-Ambrakischer Golf) – Lakka (Paxos) – Marina Gouvia

Yachtdaten

Yacht: Bavaria 40, Baujahr: 2002
Länge: 12,48m
Breite: 3,90m
Tiefgang: 2,0m
Verdrängung: 8,3t
Kojen: 4
Kabinen: 3
Großsegel: 37m²
Genua: 41m
Motor: 21 KW
Diesel: 150 l
Wasser: 300 l

Allgemeine Daten

Zeitraum:28.5.06-10.6.06
Start-Zielort: Marina Gouvia (Korfu)
Schiffsname: Fata Morgana
Gesamtmeilen: 306 sm
Gesegelte Meilen: 179 sm
Meilen unter Motor: 127 sm
Skipper: Fritz Dettloff
Gesamtkosten: 1420,-€
Anreise: Flug nach Korfu (Kerkira), dann Taxi (20,-€) zur Marina Gouvia
Vercharterer: Kiriacoulis Mediterranean über Gundel Brabetz Yachting

Crew

Skipper: Fritz Dettloff
Co-Skipper: Werner Burghardt
Crew: Klaus Michel, Harald Pissor-Franke


Törnbericht

Es ging gleich turbulent los, Anruf vom Reisebüro Nett am 26.5.06 nachmittags, der Flug findet nicht am 27.5.06, sondern erst am 28.5.06, Abflug 07:00 Uhr ab München statt.
Das heißt mal wieder früh aufstehen und 1 Tag verloren.
Beim Abflug 27.5.06 wäre alles zu normalen Tageszeiten erfolgt. Die Maschine hatte jedoch ein technisches Problem, die Notrutsche war versehentlich ausgelöst worden und die erforderlichen Ersatzteile waren nicht so schnell für München zu beschaffen, so wurden wir jedenfalls informiert. Die ganz normale Hektik brach schlagartig los nach der Terminverschiebung. Erst alle Crewmitglieder informieren, dann Kiriacoulis per Fax benachrichtigen, dass die Schiffsübernahme erst am 28.5.06 ab 11:00 Uhr erfolgen kann.

Warum „Garlic – Törn“: Jede Bordmalzeit wurde mit reichlich Knoblauch (Garlic) angerichtet.
Bei der Abnahme am letzten Tag fragte der Aus-Checker, ob wir gerade Knoblauch gegessen hätten, obwohl Werner am Donnerstag die letzte Knoblauch - Malzeit zubereitet hatte. Soviel zum Garlic, wird im weiteren Törnbericht nicht mehr erwähnt.

28.5.06 - Reisetag

Am 28.5.06 trafen wir uns um 05:00 Uhr am Terminal 1 des Flughafens München zum Abflug. Harry hatte schon einen Tag vorher eingecheckt und so waren wir nur zu dritt mit dem Nachteil, dass Fritz erhebliches Übergepäck dabei hatte, wir konnten aber dennoch reibungslos unser Gepäck aufgeben ohne Sonderobulus. Vor dem Einchecken rief Harry an, die S-Bahn ist verspätet, aber er wird’s noch schaffen. Pünktlich konnten wir alle 4 zum Gate schreiten. Beim Fritz die üblichen Kontrollen, alles raus aus dem Rucksack und dann alles wieder in der richtigen Reihenfolge einpacken sonst reicht der Platz nicht. Der Flug dauerte 1.45 h und wir waren um ca. 11:00 Uhr mit dem Taxi in der Marina Gouvia bei der Basis-Station von Kiriacoulis. Ein Teil der Lebensmittel war schon vorab bestellt, der Rest wurde von Werner und Harry im Supermarkt eingekauft. Klaus und Fritz erledigten die Bootsübernahme. Größere Mängel wurden nicht festgestellt, bis auf die undichte Pumpe in der vorderen Toilette (wurde abgedichtet) und eine stark abgenutzte und geflickte Endlosleine für das Großsegel (rein/raus) sowie fehlende und wurden reklamiert und gegen neue ausgetauscht. Da die Crew schon sehr früh aufgestanden war, wurde auf ein Auslaufen am Reistag verzichtet. Abends wurde auf dem Marina Gelände ein Restaurant aufgesucht und dort gegessen.

29.5.06 - Marina Gouvia - Mourtos (Festland)

Zum Frühstück wurde Müsli und Yoghurt gereicht und alle Crewmitglieder fanden diese Bereicherung des Frühstücks als sehr gelungen und behielten dies bis zum Törnende bei. Um ca. 11:00 Uhr verließen wir die Marina Gouvia und mussten gleich auf ein ausgetonntes Fahrwasser zufahren um die Ausfahrt aus der Bucht zu erreichen. Nach einer Stunde wurden die Segel gesetzt. Der Wind kam aus S bis SSE mit 10-20 kn und unseren geplanten Kurs von 140° konnten wir nicht anlegen. Wir mussten aufkreuzen und bis 19:00 Uhr hatten wir 43 sm durchs Wasser zurückgelegt .Die letzten 7 sm wurden unter Maschine gefahren. Um 20:36 Uhr ereichten wir unseren Ankerplatz südlich des Hafens Mourtos. Einige Mutige stiegen noch schnell ins „kalte“ (21°) Nass zur Erfrischung. Am Abend versorgte uns unsere sehr gute Bordküche mit Werner und Harry.

30.5.06 - Ankerplatz Mourtos - Preveza

Gegen 1100 Uhr geht der Anker auf und wir verlassen den Ankerplatz mit dem Ziel Preveza Der Wind kommt weiter aus S mit 12 - 20 kn. Nach 30 Minuten werden die Segel gesetzt. Groß und Genua jeweils mit einem Reff.
Die Logge wurde kalibriert, da eine erhebliche Abweichung zwischen GPS und der Logge festgestellt wurde. Unser geplanter Kurs sollte 140° betragen, aber bei den Windverhältnissen
mussten wir wieder aufkreuzen. Gegen 18:30 Uhr hatten wir 38sm durchs Wasser zurückgelegt. Die Segel wurden geborgen und mit Maschine wird in ein enges Fahrwasser gefahren, das mit 5 Tonnenpaaren ausgelegt ist und nach Preveza führt. Der Hafen Preveza hat eine sehr lange Kaimauer. Wir fahren diese Kaimauer mit einer Ehrenrunde ab, um den geeigneten Liegeplatz zu finden. Da die Kaimauer nicht sehr stark belegt war und alle anderen Yachten auch längsseits lagen, entschlossen wir uns, auch längsseits zu gehen. Harry wurde als Überspringer ausgesucht. Werner nimmt in langsamer Fahrt den Anleger vor. Harry kommt gut an Land und hat schon die Vorleine übernommen, aber der Aufstopper kommt nicht. Den Ruf, Werner „Rückwärtsstoß“ beantwortet er mit „ich habe den Rückwärtsgang ja drin, aber außer mehr Motordrehzahl passiert nicht!“ Harry kann das Boot nicht mehr ganz abhalten und wir berühren die Kaimauer leicht am Bug (keine Spuren hinterlassen).Wir sind alle sprachlos, warum stoppt die Maschine unser Boot nicht auf? Nach Übergeben der Achterleine und legen einer Vorspring lagen wir erst mal fest in Preveza gegen 19:45 Uhr.
Ich kontrollierte die Schaltung und konnte keinen Vor- und Rückschub feststellen beim Hochdrehen der Motordrehzahl. Der Maschine lief einwandfrei. Harry und ich prüften das Getriebe auf Funktion und konnten keinen Fehler feststellen. Also habe ich die Notruf - Nr. von Kiriacoulis in Athen angerufen. Der Gesprächspartner vermutete den Verlust des Propellers und riet uns, die Station in Gouvia anzurufen. Der Basis-Manager fragte immer wieder „warum“ und sagte uns Hilfe für den 31.5.06 zu. Nach der Aufregung gingen wir in ein typisches griechisches Lokal „Kaixis“ abseits der Wasserfront zum Essen. Die Diskussion nahm kein Ende und die Ursache war weiter unklar.

31.5.06 - Preveza Liegetag

Nach den Frühstück gegen 09:00 Uhr wollte Werner unbedingt einen Tauchgang im Hafenwasser starten und nach kurzer Zeit hatten wir Gewissheit: Der Propeller fehlt.
Diese Nachricht wurde sofort dem Basis-Manager in Gouvia mitgeteilt.
Nach mehreren Telefonaten erhielten wir gegen 12:00 Uhr die Nachricht, der Taucher soll gegen 19:00 Uhr aus Levkas anreisen. So konnten wir über den Nachmittag frei verfügen und mussten nicht warten. Werner, Harry und ich haben den Hafen und anschließend den Strand sowie das Hinterland erkundet. Um 19:00 Uhr war kein Taucher erschienen und wir riefen wieder den Basis-Manager an, neue Information: Der Taucher kommt am 16.06 um 06:00 Uhr mit Propeller. Wir waren entsprechend sauer, aber es half alles nichts ohne Propeller beim weiteren Törn! Nach dem Abendessen saßen wir im Cockpit und beobachten die vorbeiziehenden Touristen, als sich ein kleines schmales Männchen meldet und sagte, ich bin der Taucher und habe den Propeller. Tatsächlich hatte der Taucher einen neuen original verpackten Volvo-Propeller dabei. Als erstes musste die Ausrüstung des Tauchers vom Auto abgeholt werden, da er nicht in die Fußgängerzone am Hafen mit dem Auto durfte. Da leistete der Transport-Karren von Werner wieder sehr gute Dienste.

Nach mehreren Tauchgängen hatte der Taucher tatsächlich den neuen Propeller nach ca.1 ¼ h installiert und unser Schiff war wieder manövrierfähig.
Die Narbe des alten Propellers wurde vom Taucher abgeschraubt und uns vorgelegt. Nach unserer Meinung war der alte Propeller kein Original Volvo-Propeller. Die Endkappen waren sehr unterschiedlich ausgeführt. Der Flügel war auf die Narbe aufgeschrumpft und diesen Flügel hatten wir direkt vor der Kaimauer verloren, wir hatten noch Glück!

 

1.6.06 – Preveza - Ormos Vlychon (Nigri-Levkas)

In Preveza wurde noch nachgebunkert, Werner und Harry hatten noch Schnitzel gekauft für das Abendessen. Der Wind hatte uns verlassen und wir hatten eine östliche Luftbewegung von 4 kn. Damit war ein Motortag angesagt. Um 13:00 Uhr passierten wir die Schwimmbrücke in Levkas, vorher hatten wir in der Einfahrt mit Untiefen zu kämpfen, die im Hafenhandbuch mit 6m ausgewiesen waren. Die Zufahrt war erheblich versandet und unser 3-m Tiefenalarm (ca. 1,4m unter dem Kiel) meldete sich dauernd, obwohl wir uns ganz nahe an den ausgelegten Tonnen bewegten. Nach Passieren der Schwimmbrücke fuhren wir in den Levkas-Kanal ein an der Festung vorbei und durchquerten die Lagune. Nach etwa 1 sm fuhren wir an der Marina Levkas vorbei. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir die Hafenbucht Vlychon (Nigri) auf der Insel Levkas. Der Anker fiel in der großen Bucht auf 5,9 m Wassertiefe. Es war eine schöne grün bewaldete Bucht.
Als erstes wurde gebadet, in der Bucht hatten wir 24° C ermittelt.
Zum Abendessen gab es Tournedos (Schnitzel) nach Art Harry mit Endiviensalat Kartoffeln und Spezialsoße.

2.6.06 – Vlychon (Levkas) - Vathy(Ithaka)

Gegen 11:30 Uhr ging der Anker auf und wir verließen diese schöne Bucht und verholten uns zur Ortschaft Nigri, um unsere Vorräte aufzustocken. Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder in Fahrt, zuerst mit Maschine. Wir passierten die Onassis-Insel Scorpios an BB und gingen zwischen Levkas und Meganisi Richtung Süden. Am Ende der Passage sahen wir schon eine aufgewühlte See stehen, motorten aber weiter um frei die Segel zu setzen zu können. Doch schlagartig stand eine 1,5 m Welle mit ca. 20 kn Wind aus S vor uns.
Das Setzen des Groß bereitete einige Schwierigkeiten, da genau jetzt die Endlosleine (Groß rein/raus) brach und die Segelratsche nur noch am Mast zu bedienen war. Wir gingen zurück in die Passage vor dem Wind und konnten im ruhigen Wasser unsere Segel setzen und entsprechend reffen. Wir setzten mit Aufkreuzen unsere Fahrt fort und erreichten in der Spitze gute 8 kn Fahrt durchs Wasser, als sich plötzlich wie aus dem Nichts unser Tiefenalarm immer wieder meldete (der auf 3 m eingestellt war) und das bei einer Wassertiefe von mehr als 130 m! Wir konnten uns das nicht recht erklären und vermuteten, dass wir am Kiel etwas hängen hatten. Das bereitete uns erhebliche Sorgen, denn wir wollten bei der ungeklärten Lage die Maschine nicht benutzen, doch wie der Alarm sich meldete, brach er auch nach etwa 1 Std. wieder ab. Um ca. 18:00 Uhr wurden die Segel geborgen und wir hatten 21 sm durchs Wasser zurückgelegt. Um 18:45 Uhr erreichten wir die Kaimauer und gingen längsseits. Dann besorgten wir beim Schiffsausrüster eine 10 mm Leine von 20 m Länge zum Kilopreis von 6 €, die nach unserer Meinung passen müsste, um aus dem Cockpit das Groß zu reffen. Aber der Versuch ging schief, die 20 m waren zu kurz, also musste die Bordkasse nochmals 14,- € springen lassen, um nun eine 40 m lange Leine zu erstehen, diese passte und bis Ende des Törns hat sie ihren Dienst gut geleistet. Wir konnten leider mit unseren Werkzeugen keine Endlosleine erzeugen.
Unser Liegeplatz gefiel dem Hafenkapitän nicht und wir mussten gegen 20:00 Uhr unser Schiff verholen, da wir auf dem Platz für die Festmacher der sehr großen Fähre lagen, die spät in der Nacht einlief.
Ithaka ist ohne die „Odyssee“ nicht denkbar. Auf Schritt und Tritt begegnet man dem Schauplatz von Homers Epos.
Das Abendessen fand an Bord statt.

3.6.06 – Vathy (Ithaka) - Ormos Ambelaki (Meganisi)

Gegen 11:30 Uhr legten wir nach dem Einkauf von der Kaimauer ab. Der Wind kam aus S, SW bei 4 - 10 kn. Gegen 12:30 Uhr setzen wir Groß und Genua, beide gerefft. Da unser Kurs nördlich verlief und wir raumen Wind hatten, stand unsere Genua nicht gut und so haben wir das Groß geborgen und sind mit der ausgerefften Genua gesegelt. Nach gesegelten 17 sm haben wir die Segel geborgen und sind mit Maschine nach Ormos Amlecki(Megenisi) eingelaufen. Um 16:15 Uhr fiel der Anker in der sehr schönen Bucht auf 5 m Wassertiefe, zum Land wurde eine Heckleine ausgebracht. Unser Schlauchboot wurde in Dienst gestellt und der Außenborder in Betrieb genommen. Harry und Fritz machten einen Erkundungsausflug. Am Abend sind wir in die Buchttaverne mit dem Schlauchboot hingeschippert. Die Speisekarte war nicht sehr umfangreich .Werner, Klaus und Harry entschieden sich für den gegrillten Schwertfisch, der verbrannt serviert wurde und ein Reinfall war. Fritz bestellte sich eine Dorade und war zufrieden mit der Auswahl.

4.6.06 - Ormos Ambelaki (Meganisi) - Port Leone (Kalamos)

Der Anker geht um 11:45 Uhr auf. Nach einer ½ Stunde werden Groß und Genua gesetzt. Der Wind kommt aus SW mit 8 kn und ist unstet, es sind nur 4 sm unter Segel zurückgelegt worden. Der Himmel war stark zugezogen und bei Ankunft gegen 15:00 Uhr begann es zu regnen, doch auch die Sonne ließ sich nicht unterkriegen und wir beobachteten einen schönen Regenbogen.
Die Bucht ist sehr tief und wir ankerten auf 12 m Wassertiefe mit 60 m Kette. Es war eine sehr große Bucht die uns besonders gut gefiel, hatten wir doch das Glück, alleine da zu sein. Die Bordküche musste uns abends wieder versorgen, was ihr auch bestens gelang!

5.6.06 – Port Leone (Kalamos) - Marina Levkas

Gegen 12:00Uhr ging der Anker auf. Nach einer ½ Stunde wurden die Segel gesetzt. Es herrschte NW-Wind mit der Stärke 2 vor. Da wir nach Norden wollten, mussten wir aufkreuzen. Bis Höhe der Einfahrt in den Levkas – Kanal kreuzten wir bis 17:00 Uhr. Dann ging es mit Maschine in die Marina – Levkas, mit Mooring und Heckleinen wurde gegen 19:00 Uhr festgemacht. Die Liegegebühr betrug 44,- € für die Nacht mit Wasser und Stromanschluss. Der Ausgang nach dem Festmachen erfolgte zeitnah. Wir liefen die Wasserfront ab und suchten ein Lokal, unser Hinkebein Klaus hinkte immer hinterher, da seine Kniebeschwerden sich beim Landgang stark bemerkbar machten, war er doch erst 9 Wochen vorher am Knie operiert worden. Harry hatte eins entdeckt, wo wir uns niederließen und gut speisten. Die Mitinhaberin sprach gut deutsch und so war das Bestellen einfacher.
Ich aß ein Gyros mit Soße überbacken aus dem Ofen, war sehr gut. Die übrige Crew war mit Ihrem Essen auch sehr zufrieden.

6.6.06 – Marina Levkas - Ormos Markou (Ambrakischer Golf bei Vonitsa)

Gegen 11:40 Uhr verließen wir die Marina Levkas und passierten um 12:00 Uhr die Schwimmbrücke Levkas. Der Wind wehte aus WNW mit 15 kn .Wir setzen um 13:15 Uhr die Segel mit Reffs und kreuzten Richtung Norden auf Preveza zu. Zwischenzeitlich haben wir die Maschine zur Hilfe genommen um 2 sm ausgetonntes Flachwassergebiet zu durchfahren, um in den Ambrakischen Golf einzulaufen und um 15:45 Uhr wurden die Segel geborgen. Um 16:15 Uhr fiel der Anker auf 12 m Wassertiefe in der schönen Bucht Markou bei Vonitsa. Die Bucht war sehr gut besucht, Baden war angesagt und sofort nach dem Ankermanöver stürzten wir uns in die Fluten .Die Bordküche hatte wieder alle Hände voll zu tun und servierte uns ein gutes Essen.

7.6.06 Ormos Markou - Lakka (Paxos)

Wir haben einen langen Schlag geplant und stehen daher auch schon um 07:00 Uhr auf und um 09:30 Uhr geht der Anker auf. Der Wind kommt aus N mit 4 kn und es setzt Regen ein. Das Ölzeug muss komplett angelegt werden und kalt ist auch noch. Auf der Fahrt durch den Golf begleitet uns ein Delphin Schwarm. Gegen 13:00 Uhr hat der Regen aufgehört und wir können segeln. Der Wind ist unstetig und nach 1h segeln wird schon wieder motort.
Gegen 17:00 Uhr gehen die Segel wieder hoch. Um 18:45 Uhr erreichen wir den Ankerplatz Lakka auf Paxos. Die Wassertiefe beträgt 3,5 m und wir haben 30 m Kette gesteckt, da der Ankerplatz sehr gut besucht ist, können wir nicht mehr Kette geben. Die Windrichtung beim Ankern war S und wir legen unseren Anker gegen den Wind aus. Die Windstärke betrug ca. 8 kn. Die Bordküche versorgte uns gut und wir waren müde und gingen früh schlafen. Gegen 01:00 Uhr werde ich durch ein Geräusch geweckt, das mich an einen Zusammenstoß mit einem anderen Boot erinnert, gehe sofort zum Schauen nach außen, da ist Werner schon draußen.
Im Abstand von ca. 2 m passieren wir gerade unseren Nachbarn. Auf dem Computer ist nachträglich zu sehen, dass unser Anker ca. 36 m geslippt ist. Der Wind hatte auf N gedreht und es pfeift mit 25 kn über unseren Ankerplatz. Also Anker auf und eine neuen Ankerplatz suchen. Wir gehen hinter die Schutzmauer im Hafen und wollen am Kai anlegen, der Flachalarm vom Echolot brüllt, die Wassertiefe fällt auf 2,4 m, bloß weg hier.
Wir gehen bis kurz vor die Schutzmauer und lassen den Anker fallen. Was kommen muss – Ankerwache, wo wir doch alle so kaputt sind. Wir teilen die Wache auf, jeder geht 1 ½ h,
Werner startet als erster, dann ich, Klaus und Harry.
Was zu dem Wind noch dazu kam, es wurde saukalt, am Morgen waren es 14° C in Schiff. Es war eine unruhige Nacht, aber unser Schiff und das berührte Nachbarschiff hatten keinen feststellbaren Schaden davongetragen.

8.6.06 – Lakka (Paxos) - Marina Gouvia (Korfu)

Gegen 10:40 Uhr ging der Anker auf.
Der Wetterbericht für den 9.6.06 sagte NW 6-7 vorher. Daher überlegten wir uns, ob wir nicht direkt in die Marina Gouvia gehen sollten oder in die Nähe. Der Wind kam aus NNW mit 16 kn. Kaum aus der Bucht stand eine ruppige See mit 1,5 - 2 m Wellenhöhe .Wir setzen gleich das Groß gerefft, hatten halben Wind und kamen so gut in die Abdeckung von Korfu.
Da der Wind fast einschlief, entschieden wir uns zum Motoren. An BB passierten wir Korfu Stadt und ereichten die Tankstelle in der Marina Gouvia um 17:59 Uhr (Schluss 1800 Uhr). Wir tankten 83,5 l Diesel zu 89,40 € (1,07 €/l).
Für die Kraftstoffkalkulation hatten wir mit 2,5 l/h gerechnet, die Nachrechnung ergab 1,68 l/h.
Um 18:30 Uhr lagen wir auf unserem Mooringplatz bei Kiriacoulis. Das Abendessen nahmen wir im Lokal in der Marina ein. Es war uns kalt und wir saßen im Innenrau des Lokals.

9.6.06 – Marina Gouvia - Liegetag

Da die Schiffsübergabe erst ab 16:00 Uhr möglich war, wurde ein Stadtausflug mit Taxi zur Festung und Altstadt durchgeführt. Die Festung wurde bis zur Höhe des Leuchtfeuers bestiegen, von dort oben war eine herrliche Aussicht auf die Stadt und das Umland. Ein Mittagsimbiss wurde auf der Hauptpromenade zu sich genommen.
Gegen 16:00 Uhr fand die Schiffsübergabe statt. Es wurde nichts kontrolliert, sonder nur gefragt ob alles ok ist und das war´s!!
Nach der Schiffsübergabe wurden schon einige Sachen für die Heimreise gepackt.
Dann besuchten wir ein mexikanisches Lokal zum Abendessen, hier war eine Großleinwand für das Fußballspiel Deutschland - Costa Rica aufgestellt und wir erlebten den deutschen Sieg.
Ich habe ein scharfes Essen bestellt und anschließend wurde die Schärfe mit einem Tequilla gelöscht. Die Restbestände an Getränken wurden an Bord, so gut es ging vernichtet.
Aber es blieb noch Bier, Cola und Fanta über, das Harry noch preiswert an die Nachfolgecrew veräußerte.

10.6.06 - Reisetag

Gegen 10:00 Uhr verließen wir unsere „ Fata Morgana“, die gut segelte und uns sonst auch keine Probleme außer den beschriebenen bescherte. (Propeller, Reffleine)
Um 15:00 Uhr kamen 2 Taxis und wir fuhren zum Flughafen. Der Abschied wurde uns dadurch erleichtert, dass gerade in dem Augenblick, wo wir die Taxen bestiegen, ein Gewitter mit Sturzbächen auf uns niederprasselte.
Pünktlich flogen wir ab und landeten gut in München.
Schnell waren die 14 Tage verflogen und wir hatten viel Spaß und eine gute Kameradschaft auf diesem Törn.

Skipper Fritz Dettloff