Nahende Termine

27.10.2018 10:00:00 - 27.10.2018 17:00:00
Einwintern der Jollen

Am Samstag, den 27.10 werden wir die Jollen einwintern. Mit genug fleißigen Händen ist das ganze wie immer schnell vorbei.

06.11.2018 19:00:00 -
Seglerhock im ???

 

WeissbierDer Seglerhock ist ... ???

Das Gasthaus Laim hat leider zu gemacht, deswegen brauchen wir eine neue Location!

Wenn es was gibt, was besprochen werden sollte stellt das Thema bitte kurz im Forum vor. Weil das im geschlossenen, nur für Mitglieder sichtbaren Bereich steht muss man sich dazu aber erst anmelden.

Törnbericht: Rund Korsika (2012)

Der SGM-Frühjahrstörn der SGM 2012 ging vom Sa. 26. Mai 2012 bis 9. Juni 2012 von Scarlino (italienisches Festland, nahe Piombino) rund Korsika und wieder zurück. Wieder waren zwei Boote unterwegs: Die Afrodite unter dem Skipper Fritz Dettloff (mit 6 Personen besetzt), und die Aladar unter Skipper Michael Grossmann (mit 8 Personen besetzt, mit Teil-Crewwechsel nach einer Woche). Beide Schiffe waren vom Typ Sun Odyssey 43.
Die Anreise erfolgte per PKW und Kleinbus (ca. 10 Stunden).

Bericht der Aladar.

„Und dann kamen wir zu dem herrlichen Hafen, den ringsum schroffer Felsen umgibt, der beiderseits ununterbrochen; steile ragende Küsten, einander grad gegenüber, reichen tief in die Mündung hinein, und eng ist die Einfahrt;“

Nein, das war nicht das Hafenhandbuch, das war Homer vor 2700 Jahren, wie er in der Odyssee das Land der Lästrygonen beschrieb, aber das Hafenhandbuch beschrieb die Einfahrt nach Bonifacio ähnlich:

Unser Boot:
Typ Jeannau Sun Odyssey 43 „Aladar“
Heimathafen Etrusca Marina
Maschine 55 PS Volvo Penta
Länge 12,84 m
Breite 4,19 m
Segelgestell 92,2 m² + Genaker
Tiefgang 2,05 m
Baujahr 2003 / 2010 generalüberholt
LWL 11,43 m
(ca 8 kn Rumpfgeschwindigkeit)

„Der Hafen von Bonifacio besteht aus einer schmalen Bucht, 135 bis 185 Meter breit, die durch die Halbinsel gebildet wird, auf der die Stadt steht; … Die Einfahrt ist schwer zu erkennen.“

Und in der Tat, von Süden kommend, wir waren zuvor noch Baden in dem kleinen Inselreich der Iles Lavezzi, im Logbuch finde ich den Eintrag 300° KaK, war selbst mit dem Fernglas die Einfahrt erst spät auszumachen. Beiderseits ragten die Steilwände auf und mittendurch stach ein schmaler Meeresarm. Davor lagen ein paar Klippen. Wir gingen noch einmal über Stag und dann lag die Einfahrt vor uns. (Naja, letztendlich zeigte uns auch eine Schnellfähre von Sardinien kommend und viele Ausflugsboote den Weg. Zu Odysseus Zeiten war das wohl noch nicht so befahren).

Bonifacio von See her, links die Treppe des Königs von AragonDafür schmissen uns die Bewohner aber keine Felsen mehr auf den Kopf, auch wurden wir nicht aufgespießt wie die Fische zum Verzehr, (Odyssee), sondern wir selbst fanden einen großartigen Fischhändler und es war bei uns auf dem Boot, wo Muscheln und Fische aufgespießt und mit selbst gepflücktem Rosmarin gespickt im Ofen verschwanden.

Ein schmackhaftes FlossentierSo der 4. Tag, aber zurück zum Anfang:

Das Boot, die Aladar, technische Daten entnehme man der beigelegten Tabelle, hatte eine ganz neue Fock und ein erst seit dieser Saison gefahrenes Rollgroß, was sehr gute Segeleigenschaften versprach und auch hielt. Zum Rollgroß eine Anmerkung: Ja, es ist wahr, das Segelprofil ist nicht ideal, aber funktioniert das Rollgroß, dann kann man sehr genau die Segel trimmen, was Hans vom anderen Boot auch öfters anführte als Ausrede, wenn wir wieder mal der Afrodite beim Anlegen halfen, weil wir schon längst im Hafen waren. Da hat sich bei Wolfgang in seinem Törnbericht epische Fantasie eingeschlichen. Aber man kennt ihn ja.

So getrimmt gefällt uns der Genaker!
Ausbaumen der Genua, hier ohne Baum oder Snatch-Block
Peter am Roar gibt alles!
Badestop vor dem Einlaufen in den Hafen
Dösen im Hafen
Bunkern muss auch mal sein!
Die Landschaft ist umwerfend!

Lieber Wolfgang: Dichtung geht stets in die Mitte! Wir hatten schon beim Törntreffen ausgemacht, schnelles Segeln sei unser Ziel, und das haben wir auch durchgezogen, und wenn man das sich auf die hohe Kante setzen, das Bier aus dem Kühlschrank von Lee nach Luv holen lassen und dieses dann auch trinken um damit noch einmal Gewicht nach Luv zu bekommen, damit man noch 5° Höhe herausholt und so an einer Hook vorbeikommt und man sich das Wenden spart, (Wenden ist was für Doofe) als unnützes Manöver bezeichnet, der kann nur von Josephs Essen auf seinem Boot betört gewesen sein, oder hörte er doch die Sirenen? und die Relation zwischen Müßiggang und seglerischer Arbeit schwerst verschoben haben.

Die Crew:
Skipper Michael
Co-Skipper Reinhardt
Navigator Peter
Crew Birgit und Sven (14 Tage)
Crew 1. Woche Hannes, Steffi und Uta
Crew 2. Woche Ina, Beate und Uwe
Smutje Alle!

Aber es stimmt, wir haben gezielt getrimmt und wurden eins um andere mal von unserer Aladar belohnt bis hin zu einem Knoten schnellere Fahrt durchs Wasser bei einem kleinen Schrick in die Fock, dem nochmaligen Durchsetzen des Unterliekstreckers, nachdem wir Fahrt aufgenommen hatten, dem korrigieren des Holepunktes, usw.... Ganz zu schweigen von den vielen Holebugs, die wir uns sparen konnten.
Aber wir waren auch eine größere und vor allem aktivere Crew, obwohl der Gewichtstrimm, da hätte meiner Meinung nach die andere Crew Vorteile gehabt!!! Aber gehen wir da nicht genauer drauf ein. Fritz der alte Fuchs, hat sich auf der Strecke von Ajaccio nach Calvi geschickt innen durchgearbeitet, so daß wir nicht schlecht staunten, als wir die Afrodite plötzlich vor uns in der Hafeneinfahrt stehen sahen, anstatt weit hinter uns. So macht Flottillensegeln Spaß, und meine Devise, ich möchte nicht das Weiße im Auge von Fritz sehen, ließ sich nicht immer einhalten. Auch Fritz steht für schnelles segeln.

Debriefing beim Bier
ir halten unseren Club-Stander hoch!
Die wilde Landschaft Korsikas

Die Fahrten zusammen, das Frotzeln und lachen miteinander danach im Hafen, zeigte uns allen wieder, wie schön Flottillensegeln sein kann. Und es kann sehr hilfreich sein, geht man semannschaftlich miteinander um. Die letzten Tage hatten wir uns aufgetrennt; Fritz fuhr von St. Florent schon nach Elba, wir teilten uns die Strecke auf in zwei Etappen: St. Florent – Macinaggio; Macinaggio – Marciano Marina und dann am letzten Tag wieder zurück nach Marina Etrusca.

Macinaggio – Marciano Marina war schon klar, daß wir 6er Wind gegenan haben werden, mit ordentlicher Windsee (2,5 – 3m signifikante Welle), aber wir nahmen das gerne auf uns und es begann ein fantastischer Schlag von Korsika nach Elba. Das eine Tief hinter uns, das andere vor uns, segelten wir mit 7,5 Knoten Fahrt mit Amwindkurs und Backbordbug um 0955 los. Das Groß zur Hälfte gerefft, mit dem Traveller nach Luv gestellt, die Fock ebenso zur Hälfte gerefft und gut dicht geholt, konnten wir so viel Höhe gewinnen, daß wir gut an Capraia vorbeikamen. (Wieder mal: Wenden ist was für Doofe). Unsere Wind und Stromversetzung betrug trotzdem noch 0,8sm nach Nordost innerhalb 7sm.

Um ca. 1300 kam ein Anruf von Fritz, der auf Elba auf uns warten wollte, er habe die Nachricht von einem italienischen Berufsskipper, daß für den Tag danach 8er Wind angesagt war, mit Böen gut drüber genau für die Überfahrt von Elba nach Marina Etrusca. So beschlossen wir, nicht mehr einen Zwischenstopp in Marciana Marina auf Elba zu machen, sondern diesen fantastischen Segeltag zu nutzen um auch den Starkwind zu überlisten und segelten die 60 Meilen auf einem Bug! bis vor die Marina Etrusca. Dort holten wir beim Ansteuern des Tonnenstrichs, der uns die Einfahrt nach Marina Etrusca gab, mit Raumschotkurs die Genua ein und schwenkten auf den Tonnenstrich und fuhren erst diese letzten 0,4 sm unter Maschine. Auch das ist Flotillensegeln, eine wunderbare Zusammenarbeit; der eine denkt an den anderen. Nochmals Danke Fritz.

Der Weg der AdalarMan könnte jetzt noch so vieles anführen, aber selbst dann bliebe doch das meiste unerwähnt, was auch wieder schade wäre, deshalb sei nur noch kurz geschrieben, daß es ein fantastischer Törn in einem tollen Revier war und daß es uns gelang, rund Korsika zu segeln, und zwar von Süd über Nord, hatte auch mit der guten Zusammenarbeit beider Boote zu tun; Wetterbesprechungen waren morgendlicher und auch mittäglicher Alltag per Funk, aber eine gute Witterungs- und Wetternavigation ließ diesen Törn zu dem werden, was er war: wunderbar, aber auch anspruchsvoll.

So macht Segeln Spaß!
Der Skipper Michael

Wir mußten uns immer wieder mal zwischen Tiefs durchmogeln (Ajaccio – Calvi, Macinaggio – Marina Etrusca), nutzten den Wind segeltaktisch und fuhren auf diese Weise 416 Meilen rund Korsika, sahen Bonifacio (mein großer Wunsch), umfuhren Cap Corse, sahen die Ost und die Westküste, hatten schöne Hafentage in Bonifacio, Calvi und Marina Etrusca (Follonica), trafen auf Delphine und Haie (nach einem Badestopp!), segelten raume Kurse, Vorwindkurse und Amwindkurse mit bis zu 8 Knoten, segelten mit Genaker, das übrigens schnell gesetzt war, ohne sich jemals zu einem Stundenglas zu vertörnen, gelle Wolfgang, (leider zu wenig, aber es waren wenige Genakerkurse) und einmal zwei Stunden Schmetterling, dann 10 Stunden Amwindkurs auf einem Bug bei 6er Wind und guter Windsee gegenan, nutzten die Stärke des Rollgroßes und vernachlässigten den Nachteil (Segelprofil), passierten kritische Untiefen in großartiger Zusammenarbeit zwischen Navigation und Rudergänger, aßen gut und lecker auf See und im Hafen, dank vorzüglicher und fein kochender Crew, legten stets in aller Ruhe an und ließen es uns rundum gut gehen bei tollem Segeln, suchten vergeblich rum an Bord nach Rum, der auf mysteriöse Weise verschwand, lachten viel, hatten tollen Segelspaß bei teilweise recht langen Schlägen. (Glaubt nicht alles an Wolfgangs Bericht, er sah uns nur durch das Fernglas und oft nur unser Heck und war bei uns nie an Bord).

Mit einer tollen Crew war dies alles möglich: Reinhardt, Peter, Birgit, Sven, (14 Tage), Hannes, Steffi, Uta (die erste Woche), Ina, Beate und Uwe (die zweite Woche), stets großartige Stimmung an Bord, denke ich gerade jetzt beim Schreiben mit Wehmut zurück an die wunderschönen Tage und danke allen nochmal für den großartigen Törn, natürlich auch mit Fritz, Wolfgang, Hans, Elisabeth, Joseph und Sepp vom anderen Boot.

Auf den nächsten Törn sowie auf alle, die dieses Jahr mitfuhren, freue ich mich schon wieder.

 

Text:
Michael
Bilder:
Beate und Wolfgang