Mallorca 2002
Vom Mallorca-Törn auf der Arielle berichtet hier der Skipper Fritz - einmal Mallorca Rundum!
RouteAus dem Logbuch der "Arielle"
Verhältnis Motoren zu Segeln: 106:105 sm
Samstag, 14.9.02 - 1.TagUm 3.00 Uhr (früh) traf unser Taxi in Waldtrudering ein und Blacky und ich holten Harri in Forstinning ab. Peter trafen wir am Flughafen München, er musste sich sein Flugticket am Condor-Schalter erst abholen, weil er umgebucht hatte, um eine weitere Woche mit seiner Frau auf Mallorca zu verbringen. Somit war die Segelcrew komplett erschienen und trat die Flugreise an. Der Flug dauerte ca. 1.40 h, unsere Gepäckstücke bei der Gepäckausgabe ließen uns ca. 1 h warten. Da eine Taxivorbestellung über den Vercharterer nicht möglich war, mussten wir uns in die Schlange von ca. 100 Personen vor uns einreihen. Die Taxifahrt endete nach ca. 30 min. im Club de Mar in Palma de Mallorca; für die Fahrt waren € 20,- fällig aus der Bordkasse, die Harri mit dem Bestand von € 700,- übernahm. Das Büro Yates Alemanes öffnete um 10.30 Uhr, wo wir Informationen zum Einkauf und der Übergabe erhielten. Um 11.45 Uhr war die Übergabe erledigt, Harri und ich konnten keine Beanstandungen feststellen. Eine fehlende Schleppleine für das Dinghi wurde von Jochen (Mitarbeiter Yates Alemanes) prompt erledigt! Unsere Crew stellt sich vor: Wir übernahmen eine Bavaria 36-Schiffsname: Arielle, Bj 1998 Die Segelyacht war in einem guten Zustand, was die Einrichtung und die technische Ausrüstung betraf. Skipper Fritz installierte den eigenen neuen Garmin GPSMAP 176C Kartenplotter und Empfänger. Dieser GPS kann mit Kartenmodulen bestückt werden, die eine sehr genaue Detailauflösung von Häfen und Buchten ermöglichen. Durch das vergrößerte Display in Vergleich zum GPSMAP 76 ist das Arbeiten sehr verbessert. Durch das Festlegen von Wegpunkten und das Verbinden zu Routen ist eine bequeme Navigation möglich. Der GPS 176C Colour hat sich in der Praxis sehr gut bewährt. Nach der Übernahme und der Hinterlegung der Kaution über € 1000,- gingen Harri und ich ins 50m entlegene Bistro und tranken ein Bier. Wir warteten auf unsere Einkaufscrew (Blacky und Peter). Weit über eine Stunde warteten wir im Bistro auf unsere Einkäufer, die entnervt und kaputt von der Einkaufstour aus dem Einkaufszentrum "Cala Pi" zurückkamen. Bis auf einige Kleinigkeiten konnte alles nach der Einkaufliste abgehakt werden. Die Entfernungen im Supermarkt waren sehr groß und so war die Einkaufscrew entsprechend ermüdet. Nach dem Verstauen und Einrichten in unser neues Zuhause (Arielle) wollten wir im Ortsteil des Club de Mar zum Essen gehen, aber leider fanden wir nicht das entsprechende Lokal und wir fuhren mit dem Taxi nach Palma in die Altstadt. Wir bewegten uns in die falsche Richtung um ein Lokal zu finden. Skipper Fritz konnte sich noch an das Restaurant "Parlament" erinnern und wir fanden es. Zum Glück war noch ein Tisch frei und wir aßen sehr gut zu Abend. Sonntag, 15.9.02 - 2.Tag, 1. SeetagWecken war um 8.00Uhr, und als wir Kaffeewasser kochen wollten stellten wir fest, dass die angeschlossene Gasflasche leer war und wir wechselten die Gasflaschen. Peter und Harri bereiteten das Frühstück vor. Nach einigen Klüngeleien waren wir endlich um 11.14 Uhr auslaufklar. Die Boxenausfahrt war sehr eng und wir fuhren sehr langsam aus unserem Liegeplatz zur Hafenausfahrt. Der Wetterbericht von AKSME (Handy) gab als Windrichtung NE - E an. Wir entschlossen uns, den Törn gegen E zu starten. Nach 12 sm unter Motor konnte erstmals die Segelgarderobe angelegt werden. Bis zur Ansteuerung von Cala Pi (Turm) segelten wir. In Cala Pi ging es sehr eng zu und wir ankerten. Harri fuhr sein erstes Ankermanöver als Rudergänger und brachte es ordentlich zu Ende. Nach 1,5 h Badestopp ging es wieder Anker auf und wir setzten unseren Törn Richtung NE fort. Um 18.48 Uhr lagen wir in der Marina La Rapita am Transitkai vor Mooring und Heckleinen fest. Unser Vercharterer hatte für seine Flotte keine Gangway (Pasarella) vorgesehen nach dem Motto "legt mit dem Bug zum Kai an". Dies traf für den Club de Mar auch zu, da die Kaimauer (ca. 1,4m) entsprechend hoch war. In La Rapita waren die Verhältnisse anders und wir legten mit dem Heck an. Mit einem großen Schritt war das Übersteigen von Boot zum Kai möglich. Blacky erhielt natürlich Unterstützung. Wir waren nicht zu früh im Hafen, denn hinter uns kam noch eine Reihe von Yachten, die anlegten. Zum Abendessen wollten wir nicht lange suchen und sind in das Restaurant auf dem Clubgelände eingekehrt. Mit dem Essen waren wir zufrieden. Montag, 16.9.02 - 3.Tag, 2.SeetagDas Frühstück bereiteten wieder Peter und Harri zu. Um 10.49 Uhr ging es Richtung Porto Colom als Tagesziel auf Empfehlung von Jochen. Nach 3 sm Motoren konnten wir die Segel setzen und ab ging die Fahrt. Da das Boot so gut lief, haben wir bis Porto Christo durchgezogen. Ein herrlicher Segeltag mit 30sm unter Segeln lag hinter uns. Wir gingen am Transitkai an die Mooringleine und brachten Festmacher zum Kai aus. Da unser Liegeplatz am Südufer des Flusses "Rio Cap d´Estoy" lag, mussten wir ca. 800 m bis zur Brücke laufen um auf die andere Uferseite zu gelangen, wo wir zum Abendessen einkehrten. Dienstag, 17.9.02 - 4.Tag, 3.SeetagUm 9.00Uhr stellten wir folgendes Wetter fest: Wind E- 6 kn, Himmel bedeckt, Wassertemperatur 25°C, Luft: 25,8°C. Es sah so aus, als ob wir einen Motorentag erleben sollten. Nach dem Frühstück um 10.45 Uhr verließen wir Porto Christo mit dem Ziel Puerto Alcudia. Was sich am Morgen schon angedeutet hatte: es war kein Wind und wir motorten 22 sm. Um 14.38 Uhr wurden die Segel gesetzt und der Motor abgestellt. Der Wind wehte aus E mit 16 kn. Unser Kurs war 270-298°. Wir baumten die Genua aus und segelten Schmetterling mit Bullenstander im Groß. Bei mäßiger Welle (ca. 0,5m) erreichten wir nach GPS in der Spitze 8,2 kn, was unsere Rumpfgeschwindigkeit übertraf. Theoretische Rumpfgeschwindigkeit 7,28 kn. Wir waren happy und unser hervorragender Segeltrimmer Peter ließ sich nicht vom Ruder verdrängen. Unser ursprüngliches Ziel hatten wir schon überlaufen und wir entschieden uns für Puerto Pollensa als Zielhafen. Um 17.39 Uhr lagen wir am Transitkai auf Platz 73 fest an der Mooring und Heckleinen. An diesem Tag hatten wir 40 sm zurückgelegt, die 11sm unter Segel hatten uns sehr gut gefallen. Aus meiner Sicht war dieser Segelschlag super! Da wir schon 3 Tage "außer" Haus gegessen hatten und wir Vorräte für 2 Tage als Selbstversorger gebunkert hatten, war nun unsere Bordküche gefragt. Blacky bereitete mit Unterstützung von Peter das Abendessen vor. Es gab Spaghetti mit Thunfischsoße à la Blacky. Das Essen war gut gelungen und die Nachfrage war entsprechend, einige Spaghetti blieben über, aber die Soße wurde restlos gegessen. Mittwoch, 18.9.02 - 5. Tag, 4.SeetagNach Abfragen des Askme - Wetterberichtes entschlossen wir uns, Mallorca zu runden über Ost, da keine Starkwindwarnung angekündigt wurde. Es war Wind um NE 3-4 vorhergesagt. Da wir einen längeren Schlag vor uns hatten, war das Wecken um 7.00 Uhr angesagt. Nach dem Frühstück liefen wir um 10.15 Uhr aus. Die erste 1,5 h mussten wir Motoren. Wir rundeten um 11.46 Uhr das "Cabo de Formentor" an BB, dem nördlichsten Punkt auf unserem Törn. Nach kurzer Zeit konnten wir endlich segeln. Um 14.38 Uhr war der Wind eingeschlafen und wir motorten bis Soller durch. Gegen 17.30 Uhr hatten wir die Bucht von Soller erreicht. Im Hafenhandbuch war von einem Schwimmsteg mit über 50 Liegeplätzen die Rede. Wir fanden keinen Schwimmsteg und die Militärhafenanlage war auch noch nicht frei für Segler zugänglich. Die Ausflugdampfer belegten den Kopfkai und die übrigen Plätze wurden von Fischerbooten belegt und somit war kein Kailiegeplatz zu bekommen. Wir ankerten um 18.04 Uhr direkt unter dem Richtfeuer auf 4,4 m Wassertiefe. Unser Schlauchboot wurde zum ersten Mal aktiviert. Peter drehte einige Testrunden mit dem Außenborder, der ab und zu ausging; das lag wohl an der ungewöhnlichen Bedienung des Schiebegasreglers. Zum Abendessen fuhren wir an den Strand, da kein Dinghianleger auszumachen war, wir mussten barfuß aussteigen und waren dafür nicht ganz zweckmäßig eingekleidet! Zum Abendessen sind wir in ein Restaurant gegangen, das eine Längsstraße zur Wasserfront bildete. Das Essen war sehr gut und danach gingen wir zum Strand zurück. Die Dinghifahrt zurück verlief etwas feucht. Blacky, Peter und ich waren schon im Schlauchboot, da wollte Harri mit Schwung einsteigen um uns abzustoßen, dies hatte zur Folge, dass alle einen nassen Hosenboden erhielten, bis auf Harri. Donnerstag, 19.9.02 - 6. Tag, 5.SeetagUm 10.18 Uhr ging der Anker auf und wir verließen die Bucht von Soller, vorher gab es ein Bordfrühstück wie jeden Tag. Nach 15 Minuten legten wir 1,3 sm von der Bucht entfernt einen Badestopp ein. Die Wettervorhersage lautet: NW 0-2 später SE 0-2. Wird dies ein reiner Motortag? Nach anfänglichem Motoren, ca. 9 sm, werden die Segel gesetzt, aber der Wind lässt schnell wieder nach, und wir Motoren 1 h weiter. Gegen 14.00 Uhr können wir segeln mit Wind aus SW 12 kn. Der Wind hält bis 16.25 Uhr durch und wir haben 18 sm zurückgelegt unter Segeln. Unser Tagesziel ist Andraitx, wir laufen in den Naturhafen mit 3 kn Fahrt ein und suchen einen Liegeplatz. Zuerst fuhren wir zum städtischen Kai, der ist aber restlos belegt. Wir halten Ausschau auf die andere Seite des Hafenbeckens, ein Einweiser winkt, wir folgen, er steigt aufs Rad und fährt von Steg zu Steg, endlich an Steg 5 ist er am Kopfende zu sehen und winkt. Da die Steganlage eng ist, fahre ich rückwärts rein. Ein Liegeplatz an den Stegen ist nicht auszumachen und wir werden direkt zum Kopfende des Steges dirigiert, somit gehen wir längsseits zum Kai zwischen Steg 5 und 6. Wir machen mit Vor- und Achterleine sowie Vor- und Achterspring fest. Um 18.11 Uhr sind wir fest in den Club de Vela in Andraitx und bezahlen € 52,- mit Benutzung des Swimmingpools und der Dusche. Die sanitären Anlagen sind sehr gepflegt und der Preis ist schon gerechtfertigt, wenn man an Pollensa denkt. Zum Abendessen gehen wir in den Ort und finden ein Restaurant außerhalb der Wasserfront und sind mit dem Essen zufrieden. Freitag, 20.9.02 - 7.Tag, 6.SeetagWir Frühstücken wie gewohnt und legen um 10.10 Uhr ab, um uns zur Tankstelle zu verholen. Wir tanken 40 l Diesel für € 28,-, was einen durchschnittlichen Verbrauch von 2,3 l /h ergibt, der Vercharterer gab uns 4 l/h als Richtwert an. Nach 1 h Motoren werden die Segel gesetzt und wir steuern in die Badebucht "Cala de Peras Rojas" zum Baden. Das Schiff bleibt immer besetzt durch ein Crewmitglied und wir gehen reihenweise baden ohne den Anker auszubringen. Nach einer ¾ h setzen wir die Fahrt fort und segeln in die Bucht von Palma. Da der Wind immer schwächer wird und achterlicher einfällt, bergen wir die Segel und Motoren zum Club de Mar und erreichen den Liegeplatz um 16.38 Uhr. Der Auscheck geht mit Jochen von der Station rasch und es werden keine Mängel vom Vercharterer beanstandet, die Kaution wird am nächsten Tag zurückgegeben. Zum Abendessen fahren wir mit dem Taxi in die Altstadt und gehen ins Fischlokal oberhalb der Fischhalle beim Real Club Nautico. Dieses Lokal ist für gute Küche bekannt und so erhalten wir auch ein sehr gutes Fischessen zu angemessenen Preisen. Der Skipper wird von der Crew eingeladen zum Essen und bedankt sich hierfür und für die gute und effiziente Zusammenarbeit. Samstag, 21.9.02 - 8.TagNach dem Frühstück wird gepackt, wir haben Zeit, das Schiff geht nicht raus und wir können bis 17.00 Uhr an Bord bleiben. Peter bleibt noch eine Woche länger und hat ein Leihauto bestellt. Gegen Mittag verabschiedet sich Peter und fährt mit dem Auto nach Palma. Im Einkaufzentrum "Cala Pi" suche ich für Klaus ein Rasierwasser. Nach einigem Rumlaufen finde ich ein Geschäft und besorge das Rasierwasser. Kaum zurück vom Einkaufzentrum ruft Peter an und fragt, ob in seiner Kabine schwarze Schuhe zu finden sind. Nach Öffnen der Sitzabdeckung in seiner Koje entdecke ich die Schuhe, die im Büro abgeben werden, Peter wird sie zu einem späteren Zeitpunkt abholen. Pünktlich um 17.00 Uhr holt uns das Taxi zum Flughafen ab. Wir checken frühzeitig ein und Harri überlistet mich, wir sitzen bei den Rauchern. Nach schmalem Bordessen erreichen wir pünktlich München, wo uns das Taxi-Unternehmen "Gisela Strahl" abholt und nach Hause bringt. Zusammenfassend kann man sagen, wir haben eine herrliche Segelwoche in guter Harmonie verbracht. Dabei sind 211 sm zurückgelegt worden bei guter Stimmung an Bord.
Skipper Fritz Detloff
|
Ab 13:00 gemeinsames Jollensegeln - ab 18:00 treffen wir (auch Nicht-Jollensegler!) uns an der Vereinshütte zum gemeinsamen Seglertreff.
RSS Feed abonnieren










